Der Nikolaus im TC Südpark...

Ob der Nikolaus auch in diesem Jahr den Tennisclub Südpark besucht und die lieben Kinder reichlich beschenkt? Diese Frage stellten sich die Kinder ganz besonders in diesem Jahr, denn der Nikolaus, der im letzten Jahr den TC Südpark besuchte, war schon ziemlich alt, und ob er die schwierige und auch gefährliche Reise zu den Kindern nochmals antreten konnte, war sehr fraglich. 

So warteten die Kleinen voller Ungeduld mit ihren Eltern und Großeltern in der festlichen Clubgaststätte auf den Nikolaus. Um das Warten zu erleichtern, wurde von einer Mutter die Geschichte von dem „allerkleinsten Tannenbaum“ vorgelesen.

Während zu Weihnachten die großen Weihnachtsbäume in die Stadt gingen, blieb der kleine Weinachtbaum einsam im Wald zurück und war ganz traurig und weinte bitterlich. Als die Tiere aus dem Wald auf dem Weg in die Stadt den winzigen Weihnachtbaum sahen, trösteten sie ihn: vielleicht bist du im nächsten Jahr auch so groß wie die anderen Weihnachtsbäume und dann bist du auch in der Stadt und erfreust die Kinder! Da begann es plötzlich zu schneien  und der Schnee glänzte in der Sonne. Der kleine Weihnachtbaum, schneebedeckt, war jetzt der schönste Weihnachtbaum, den man sich denken konnte. Die Waldtiere, die um dem kleinen Weihnachtsbaum herumstanden, begannen zu singen und auch andere Tiere kamen aus ihren Verstecken und wollten auch dort sein, wo so schön gesungen wurde.

Plötzlich hörte der kleine Weihnachtsbaum eine Stimme, die sagte, du bist nicht für Weihnachten zu klein, lieber Tannenbaum, denn ich bin ebenso klein wie du. Das war das Jesuskind, das zu ihm sprach. Jetzt war der kleine Weihnachtsbaum sehr glücklich und es war für ihn das schönste Weihnachtsfest.

Plötzlich hörte man ein Poltern und Stampfen im Treppenhaus der Clubgaststätte: der Nikolaus, in seinem roten Mantel mit einem langen weißen Bart und einem prall gefüllten Rucksack auf dem Rücken, hatte den TC Südpark erreicht. Ein großer Stab half dem Nikolaus mit seinen Geschenken, die steile Treppe zu bewältigen. Nun war er endlich da! Es war ein jüngerer Nikolaus als in den Vorjahren, aber die vielen Geschenke für die lieben Kinder, hatten ihn ganz außer Atem gebracht und er musste sich erst mal setzen und verschnaufen. Es war bestimmt ein moderner Nikolaus, der mit dem Schlitten, ausgerüstet mit einem Navigationsgerät, den TC Südpark so schnell erreicht hatte. Außerdem besaß er ein tolles Handy, das plötzlich klingelte. Es war Frau Holle, die ihm mit Knecht Ruprecht eine Hilfe bei seiner schweren Arbeit schicken wollte. Der Nikolaus gab zu verstehen, dass alles in Ordnung sei und er keine Unterstützung brauche. Er erinnerte aber Frau Holle daran zu denken, dass die Kinder schon lange auf Schnee warten, und dass sie ihn endlich schicken sollte. 

Nun erzählte der Nikolaus von seiner beschwerlichen und sehr gefährlichen Reise zu den Kindern auf die Erde. Am Südpol traf er den trotteligen Eisbär Bruno. Während Bruno, schon etwas älter, ein recht verträglicher und freundlicher Bären war, war die Begegnung mit Lupo, dem Wolf viel gefährlicher. Dieser böse Wolf, so berichtete der Nikolaus, wollte ihm den Sack mit den Geschenken für die Kinder entreißen und dann die leckeren Süßigkeiten in seinem Versteck genüsslich verspeisen. Gegenwärtig hielt der heilige Mann den Nikolaussack fest, ergriff den Wolf und riss ihm ein Büschel Haare aus seinem Fell. Der gefährliche Wolf hatte damit nicht gerechnet und ergriff wutschnaubend die Flucht. So hatte der Nikolaus mit seiner mutigen Tat die Geschenke für die Kinder gerettet. 

Und darum ging es nun! Der Nikolaus hatte ein dickes Buch, in dem viele gute, aber auch weniger gute Dinge über die Kinder aufgezeichnet waren. So konnte er einigen Kindern etwas Erfreuliches sagen, manchmal waren aber auch einige kritische Ermahnungen notwendig, wenn die Kinder nicht immer brav und folgsam waren. Aber der Nikolaus hatte ein gutes Herz und packte die Tüten mit Äpfeln, Mandarinen, Plätzchen, Schokolade und vielen anderen Leckereien aus und beschenkte jedes Kind. 

Die Kinder bedankten sich zum Abschluss der Feier mit einem Lied, verabschiedeten den heiligen Mann und wünschten ihm alles Gute für seine weitere Reise zu den anderen Kindern, die ebenfalls sehnsüchtig auf ihn warteten. 

Schnell war der schöne Nachmittag vergangen. Aber vielleicht kommt der Nikolaus auch im nächsten Jahr wieder in den TC Südpark und beschenkt die braven Kinder.

(Günter Peter)